Aus der Verkennung der Wahren Natur der Welt entsteht Begierde und Furcht.
Der Mensch und Hirte fühlt sich unbefriedigt und merkt, daß ihm etwas fehlt. Er macht sich rastlos-ängstlich auf die Suche.

In der buddhistischen Literatur steht der Ochse als Bild für die eigene Wahre Natur. Nach dem Ochsen zu suchen bedeutet also, sich auf die Suche nach der eigenen Wahren Natur zu begeben. Die erste Stufe auf diesem Weg besteht darin, mit der Suche anzufangen.

Der Ochse ist in Wirklichkeit nie verloren gegangen; warum also ihn suchen? Da der Mensch sich aber von seinem Wahren Wesen abgewandt hat, ist der Ochse ihm fremd geworden; er hat ihn im Staub aus den Augen verloren.

Weit ist der Mensch von seiner Heimat abgeirrt und sieht sich nun einem Wirrsal von Wegen gegenüber. Gier nach Gewinn und Furcht vor Verlust schießen wie sengende Flammen empor; Vorstellungen von Recht und Unrecht stehen gleich Dolchen auf.


ochsenbild01_spiegelung
Trostlos in endloser Weite
bahnt er sich auf und ab den Weg
in wucherndem Gras
und sucht seinen Ochsen.
Weites Wasser, ferne Berge,
und der Weg zieht sich endlos dahin.

Völlig erschöpft ist der Körper,
verzweifelt ermattet das Herz;
wo nur soll er suchen?
Im Abendnebel hört er einzig
Zikaden im Ahorn zirpen.




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