Zum ersten Mal erhascht er einen Blick auf das Gesuchte, einen Ochsen: Einsicht in das Wesen der Dinge und des eigenen Selbst, die beide im Grunde nicht-verschieden sind.

Nach etlicher Zeit ist er dem Ochsen begegnet. Aber er hat nur seinen Schwanz und seine Hinterbeine gesehen. Er hat eine Erfahrung gemacht, die ziemlich derjenigen des Kenshõ gleicht, aber wenn man ihn nach seinem Woher und Wohin fragt, kann er keine klare Antwort geben.

Jetzt, auf dieser dritten Stufe, läßt sich die Lage des Suchenden mit derjenigen eines Anfängers im Malen vergleichen, dem es zuteil wird, daß seine Werke dank einer glücklichen Fügung zu einer Ausstellung höchsten Ranges zugelassen werden.

Seine Bilder sind natürlich hervorragend, aber sie beweisen noch nicht endgültig seine Fähigkeit als Künstler. Alles hängt noch von seinen künftigen Werken ab.

Wenn er nur gespannt auf die alltäglichen Laute horcht, wird er zur Erkenntnis gelangen und in eben dem Augenblick den wahren Ursprung erblicken. Die sechs Sinne unterscheiden sich nicht von diesem wahren Ursprung.

In jedem Wirken ist der Ursprung unverhüllt gegenwärtig. Er entspricht dem Salz im Wasser, dem Leim in der Farbe des Malers. Wenn der Hirte die Augen weit aufschlägt, wird er inne, daß das Gesehene vom Ursprung nicht verschieden ist.


ochsenbild03_spiegelung
Eine Nachtigall schlägt auf einem Zweig,
warm scheint die Sonne, sanft weht der Wind,
die Weiden grünen.
Dort steht der Ochse, wo könnt´ er sich verbergen?
Das herrliche Haupt, die stattlichen Hörner,
kein Maler kann solches je malen.




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