Er hütet und führt den Ochsen am Strick. Die nun sicher gewonnene Wahrheit kann durch keine Verblendung mehr verlorengehen. Der Kontakt hat sich vertieft, ist jedoch immer noch ein Kampf, bei dem einmal der Hirte (das Ich-Bewußtsein), dann wieder der Ochse (die Kräfte des Unbewußten) stärker sind.

Nach langem zähen Hin und Her ist der Ochse endlich eingermaßen zahm. Zu diesem Zeitpunkt meint der Bändiger, das wilde Tier sei besiegt und er könnte ihm jetzt einige Kunststücke beibringen.

Erhebt sich ein Gedanke, so folgen weitere und weitere. Gedanken werden durch Erleuchtung wirklich; infolge der Verblendung werden sie unwirklich. Die Dinge erhalten ihr Dasein nicht durch die Umwelt, sondern sie erheben sich einzig im eigenen Geiste.

Fest muß der Ochsenhirte das Leitseil packen und dar keinen Zweifel eindringen lassen.


ochsenbild05_spiegelung
Der Hirte darf Peitsche und Leitseil
keinen Augenblick aus der Hand lassen,
sonst läuft der Ochse davon in den Staub.
Recht gezähmt jedoch, wird er sauber und sanft,
gelöst vom Seil, folgt er willig dem Hirten.




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