Der Hirte ist wieder allein. Aber ist er noch der gleiche? Er hat sein inneres Wesen erkannt, die Sehnsucht danach ist nicht mehr notwendig, die Kämpfe der Zweiheit vorbei. Eine ausdrücklich-bewußte »Einsicht« ist jetzt überflüssig, da der erstrebte Wesensstand erreicht, die ontische Wandlung gelungen ist.

Jetzt vergißt man das Kenshô, die Erleuchtung, ja selbst das Zen. Ganz gleich, welch heiliges Gefühl oder welchen wunderbaren Geisteszustand man erfahren mag – sobald man im Zusammenhang damit über sich selbst nachdenkt oder sich dessen bewußt wird, fängt das an, zur Last zu werden.

Man läßt alles geschehen, wie es will, und läßt es einfach wie einen Fluß vorbeiströmen. Was geschehen ist, ist geschehen; was verschwunden ist, ist verschwunden. Sobald man sich dazu herabläßt, über irgendetwas feste Vorstellungen zu entwickeln, setzt schon der Verfall ein.

Im Dharma gibt es keine Zweiheit. Der Ochse ist unser urinnerstes Wesen – das hat der Hirte nun erkannt.


ochsenbild07_spiegelung
Heimkehren konnte er nur auf dem Ochsen,
nun gibt es den Ochsen nicht mehr.
Allein sitzt der Hirte, heiter und ruhig.
Die rote Sonne steht schon hoch am Himmel,
doch er träumt friedlich weiter.
Unter dem Strohdach liegen nun
Peitsche und Leitseil nutzlos herum.




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